Sonntag 02. Oktober 2011

Nikon 1

Nikon 1: Neue Kameras mit Wechselobjektiv ohne Spiegel

Das neue System soll Einsteiger in die Welt der Fotografie locken. Zwei neue Gehäuse, V1 und J1 wurden vorgestellt. Beim Sensor setzt Nikon auf ein deutlich kleineres Format als die Konkurrenz.

Jetzt hat auch Nikon seine Systemkamera ohne Spiegel. Nachdem Olympus, Sony, Samsung und Panasonic hier Pionierarbeit geleistet haben, bringt auch das japanische Traditionsunternehmen solche Geräte heraus. Getauft Nikon 1, soll das System sich an alle richten, die kompakte Kameras mit ordentlicher Qualität suchen. Neben den Gehäusen V1 und J1 wurden auch neue, dazupassende Objektive vorgestellt. Nikons Europachef Takami Tsuchida bezeichnete die neuen Produkte als "die wichtigste Ankündigung" seit Einführung der ersten Digitalkamera des Unternehmens.

HD-Video und Expeed-3-Prozessor

Die Nikon 1 V1 kommt in einem klassisch anmutenden matten schwarzem oder weißem Gehäuse daher. Sie bietet neben dem rückseitigen Display noch einen elektronischen Sucher und einen Zubehöranschluss für Erweiterungen. Die Nikon 1 J1 bietet weniger Ausstattung, kann aber neben Schwarz und Weiß auch in Silber, Rot und etwas, das Nikon "Hot Pink" nennt, erworben werden. Beide Gehäuse können nicht nur Fotos machen, sondern auch Videos im HD-Format 1080p aufnehmen. Der Bildprozessor Expeed3 soll für mehr Leistung sorgen. Die Kameras sollen im Fotomodus mit Motivverfolgung bis zu 10 Bilder pro Sekunde aufnehmen können.

Mini-Sensor

Beide Gehäuse bieten eine Auflösung von 10,1 Megapixel. Der Sensor besitzt ein neues von Nikon "CX" getauftes Format. Er ist deutlich kleiner als die etwa von Sony eingesetzten APS-C-Sensoren und sogar noch kleiner als das Micro-Four-Thirds-Format, das Olympus und Panasonic einsetzen. Während APS-C (bei Nikon DX genannt) in etwa eine Brennweitenverlängerung von 1,5 Besitzt, sind es beim CX-Format 2,7. Ein Objektiv, das auf einem Kleinbildformat 50mm besitzt, würde auf CX 135mm entsprechen.

 

Nikon 1: Neue spiegellose Systemkameras

Preview-Autor Richard Butler argumentiert, dass Nikons Entscheidung für einen kleinen Sensor darin begründet ist, um das eigene, recht erfolgreiche Spiegelreflex nicht zu kannibalisieren. Das neue System Nikon 1 liegt von der Sensorgröße genau zwischen den Kompaktkameras und den DSLRs des Hersteller. Allerdings ist CX noch deutlich größer als Sensoren von hochwertigen Kompakt- oder Bridgekameras. Verfügbar soll das System ab Ende Oktober sein. Die Gehäuse werden gleich in Kombination mit Objektiven aus der neuen Serie 1 Nikkor angeboten. Die Preise starten ab 599 Euro.

(db) 21.09.2011 | 09:41 |   (DiePresse.com)